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Keine Herdstrafe – Ja zur Familieninitiative

Keine Herdstrafe – Ja zur Familieninitiative

Am 24. November kann das Stimmvolk darüber entscheiden, ob Abzüge für Kinder vom Familienmodell abhängig sein sollen. Die Gegner sprechen oft von einer „Herdprämie“.

Momentan wäre es angemessener von einer „Herdstrafe“ zu sprechen. Denn Familien, die ihre Kinder selber betreuen, zahlen bereits dreifach. Erstens mit dem entgangenen Lohn. Zweitens durch die Steuern, da die meisten Krippen staatlich subventioniert sind, bezahlen sie mit, obwohl sie dieses Angebot nicht nutzen. Und drittens, können sie die wertvolle Arbeit die sie leisten nicht von den Steuern abziehen.

Zum Kostenargument muss man klar dagegenhalten, dass die Initiative nichts über die Höhe der Abzüge sagt, sondern sich nur für eine Gleichbehandlung ausspricht. Kantone mit Geldproblemen, wie der Unsrige, könnten die Umsetzung der Initiative auch kostenneutral gestalten, indem sie den Abzug für die Fremdbetreuung senken. Dabei bin ich aber der Meinung, dass der Staat das Geld gut investiert wenn er mehr für Familien ausgibt.

Es sollte nicht Sache des Staates sein, welches Modell gefördert wird. Mit der Initiative wird bei der Wahl des Familienmodells das Steuerargument etwas abgeschwächt. Vielleicht rückt damit das Wohl des Kindes wieder mehr in den Vordergrund.

Bei vielen Gegnern scheint hauptsächlich der Adressat das Problem zu sein und nicht die Initiative, wenn man Ihre Argumente in vergangenen Abstimmungen betrachtet. Hier handelt es sich aber um eine Sachfrage und einem wichtigen Anliegen von welchem viele Familien und somit die Gesellschaft profitieren werden-jenseits der Parteigrenzen. Es geht darum, diese Ungleichbehandlung der Familienmodelle zu reduzieren. Deshalb freue ich mich, bei der Familieninitiative „Ja“ zu stimmen.

Matthias Borner

Leserbrief vom November 2013